E-Commerce

Headless Commerce: Was es ist und wann es sinnvoll ist

14. Dezember 20259 Min. Lesezeit

Headless Commerce ist eines der meistdiskutierten Konzepte im E-Commerce. Doch hinter dem Buzzword steckt eine konkrete architektonische Entscheidung mit weitreichenden Auswirkungen. In diesem Artikel erklären wir verständlich, was Headless bedeutet, wann es sinnvoll ist – und wann nicht.

Was bedeutet "Headless"?

Bei einem traditionellen ("monolithischen") Shopsystem sind Frontend (was der Kunde sieht) und Backend (Datenbank, Geschäftslogik, Admin) fest miteinander verbunden. Änderungen am Design können Backend-Anpassungen erfordern und umgekehrt.

Bei Headless Commerce werden diese beiden Schichten entkoppelt. Das Backend stellt nur noch Daten über eine API bereit. Das Frontend kann völlig unabhängig entwickelt werden – als Website, Mobile App, Smart-TV-Interface oder was auch immer.

Vereinfachte Darstellung

Monolith (z.B. klassisches Shopify)

Frontend ↔ Backend fest verbunden

Änderungen betreffen oft beides

Headless

Frontend → API → Backend

Unabhängige Entwicklung möglich

Die Vorteile von Headless

Maximale Performance

Moderne Frontends mit Next.js, Nuxt oder Remix können als statische Seiten generiert werden. Ergebnis: Blitzschnelle Ladezeiten, besseres Core Web Vitals-Ranking.

Volle Design-Freiheit

Kein Template-System, das Grenzen setzt. Jede erdenkliche User Experience ist umsetzbar.

Multi-Channel Ready

Dieselbe API kann Website, Mobile App, Kiosk-Systeme, Sprachassistenten und mehr bedienen.

Best-of-Breed Architektur

Kombinieren Sie die besten Tools für jeden Bereich: CMS für Content, PIM für Produkte, Commerce-Backend für Bestellungen.

👥 Parallele Entwicklung

Frontend- und Backend-Teams können unabhängig arbeiten, was die Entwicklungsgeschwindigkeit erhöht.

Die Nachteile von Headless

Höhere Initialkosten

Statt ein Template anzupassen, muss ein komplettes Frontend entwickelt werden. Faktor 2-3x teurer als Monolith-Setup.

Höhere Komplexität

Mehr bewegliche Teile bedeuten mehr potenzielle Fehlerquellen und höheren Wartungsaufwand.

Spezielles Know-how nötig

Sie brauchen Entwickler, die sowohl Frontend-Frameworks als auch API-Integrationen beherrschen.

Kein "alles aus einer Hand"

Marketing-Features, A/B-Testing, Analytics – vieles muss separat integriert werden.

Headless Optionen im Vergleich

Shopify Hydrogen
Backend:Shopify
Frontend:React (Remix-basiert)
Ideal für:Shopify-Kunden mit Performance-Fokus
Commercetools
Backend:Commercetools
Frontend:Beliebig
Ideal für:Enterprise (€50K+ Budget)
Medusa.js
Backend:Medusa (Open Source)
Frontend:Next.js
Ideal für:Entwickler, die volle Kontrolle wollen
Saleor
Backend:Saleor (GraphQL)
Frontend:Beliebig
Ideal für:Mittelstand, tech-affine Teams
Full Custom
Backend:Supabase/PostgreSQL
Frontend:Next.js
Ideal für:Maximale Flexibilität, kein Vendor Lock-in

Für wen lohnt sich Headless wirklich?

Headless macht Sinn bei:

  • Umsatz €2M+, da sich Investition lohnt
  • Performance ist Wettbewerbsvorteil
  • Komplexe Multi-Channel-Strategie
  • Langfristige Skalierung geplant
  • Technisches Team vorhanden

Headless ist Overkill bei:

  • Umsatz unter €500K/Jahr
  • Standard-D2C-Shop ohne Besonderheiten
  • Kein technisches Team
  • Schneller Launch wichtiger als Perfektion
  • Begrenztes Entwicklungsbudget

Composable Commerce: Die Evolution

Der neueste Trend geht noch einen Schritt weiter: Composable Commerce. Hier werden nicht nur Frontend und Backend getrennt, sondern jede Funktion wird als eigenständiger Service betrieben:

  • Produktdaten: PIM-System (z.B. Akeneo, Pimcore)
  • Content: Headless CMS (z.B. Sanity, Contentful)
  • Suche: Algolia, Elasticsearch
  • Checkout: Spezialisierte Lösung
  • Zahlungen: Stripe, Adyen

Diese Architektur bietet maximale Flexibilität, erhöht aber auch die Komplexität erheblich. Für die meisten Shops ist ein Mittelweg sinnvoller.

Ist Headless das Richtige für Sie?

Wir analysieren Ihre Anforderungen und empfehlen die passende Architektur – ob Monolith, Headless oder Hybrid.

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Martin Ogris - clickpuls Gründer

Martin Ogris

Gründer & Geschäftsführer

Martin Ogris ist Gründer von clickpuls und seit über 10 Jahren im E-Commerce tätig. Mit seinem Team unterstützt er Unternehmen dabei, ihre Online-Präsenz zu optimieren, Prozesse zu automatisieren und nachhaltiges Wachstum zu erzielen. Seine Expertise umfasst Shop-Systeme wie Shopify und WooCommerce, strategische Beratung sowie die Integration moderner KI-Tools.

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